Aller Anfang ist Mut

Aktualisiert: 3. Jan 2019

Es ist absurd. Hier sitze ich nun und könnte heulen – weil ich tue, was ich am meisten liebe.

Schon vor Wochen hatte ich mir vorgenommen, diesen Text zu schreiben und endlich anzufangen, mit diesem Blog – obwohl es davon schon "SOOOO viele gibt!" und den ja eh "KEINER lesen wird!", wie mir mein Kopf eintrichtern will.


Mein Herz hingegen hegt diesen Wunsch schon lange: Offen und ehrlich darüber zu schreiben, was mich im tiefsten Innern bewegt. Vis-à-vis des blinkenden Cursors realisiere ich nun, wie sehr ich mich davor fürchte.


„Das kannst du doch nicht sagen!“ und „So darfst du dich nicht zeigen!“: Ohrenbetäubend laut stürmt mein Verstand, sobald ich in die Tasten haue und mein Innerstes nach Aussen kehren will. Und ich? Fühle mich leer und blockiert. Innerlich zerfressen, vor lauter Zweifeln und Sorgen. „Das ist doch alles belanglos!“, poltert es, während ich Sätze lösche bevor sie zu Ende getippt sind. „Und sowieso“, glaube ich mit erstarrten Fingern, „werden alle darüber lachen!“


Sich selber im Weg stehen, um eine Situation zu meiden, vor der man sich fürchtet: Selbstsabotage nennt sich das – und die kennen wir alle.

Wir alle wurden verletzt, in unseren herzoffenen Kindertagen, als wir noch sagten, was wir dachten und taten, was wir liebten – und zwar am Laufband. Also beschlossen wir, alles zu tun, um diesen Schmerz nie mehr zu erleben: „Wenn ich das nicht mehr mache, wird es auch nicht mehr wehtun“, redeten wir uns ein – und verrieten uns so immer mehr


Oft sind es Kleinigkeiten, die uns verunsichern und davon abhalten, genau das zu tun, was uns am meisten erfüllt – und zwar zeitlebens. Darunter fällt das spöttische Lachen meines Lieblingsonkels, als er erfuhr, dass ich für Paddy Kelly schwärmte. Oder das „Tür zu!“ meines konzentrierten Mamis, wenn ich Gitarre übte. Unbedeutend und störend fühlte ich mich in diesen Momenten – und zog daraus den (völlig falschen) Schluss, dass es Dinge gibt, die ich besser für mich behalte, um nicht verletzt zu werden.



Noch heute sitzt diese Angst tief. Und ich spüre sie nun, Face-to-Screen, deutlich und gnadenlos. Jetzt, da ich mich (endlich wieder!) zeigen will, fühle ich mich unbedeutend und störend wie damals – mit einem grossen Unterschied. Heute weiss ich: Ich habe eine Wahl. Ich kann mich klein machen oder für mich einstehen. Mich verstecken oder zeigen. Schweigen oder schreiben. Egal was ich will: Ich brauche es nur zu tun – bei aller Panik, die mich beim blossen Gedanken daran packt.


Und gerade WEIL mir der Arsch auf Grundeis geht entscheide ich nun, meine Worte mit der Welt zu teilen – entgegen aller Zweifel und zu Ehren des saitenzupfenden Kelly-Fans in mir.


In welchen Situationen fühlst du dich unsicher und ängstlich?

Was lässt du sein, aus lauter Angst, obwohl es dich begeistert?

Wie würdest du dich fühlen, wenn du es trotz allem tun würdest?

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Simone Ulrich

Küssnacht (SZ)

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simone.ulrich(at)posteo.ch